Luma Arles: Der künstlerische Inkubator erweitert das Feld der Inklusion und Zugänglichkeit

Das Zentrum Luma Arles in Südfrankreich öffnete seine Türen im Juni 2021.

Der futuristische Komplex aus Glas und Stahl soll Brücken zwischen Kunst, Kultur und Umwelt schlagen.

Tactile Studio wurde beauftragt, dieses riesige, 11 Hektar große, experimentelle Kulturzentrum auf Knopfdruck zugänglich zu machen, in dem der glitzernde Turm des berühmten kalifornischen Architekten Frank Gehry und 7 ehemalige Fabriken aus dem industriellen Erbe des 19. Jahrhunderts in perfekter Harmonie zusammenwirken.

Werden Sie eins mit dem Prachtbau von Frank Gehry und tauchen Sie auf eine andere Art in den Raum ein

Nachdem die inklusive Designagentur die beeindruckende Architektur der Louis Vuitton Foundation für alle zugänglich gemacht hat, stellt sie sich mit der Luma Foundation in Arles einer neuen Herausforderung.

Bestehend aus 11.000 reflektierenden Metallpaneelen, steht der Turm im Herzen dieses neuen grünen Kreativ-Campus. Es erinnert laut Frank Gehry an Van Goghs Sternennacht (1888) und an die felsige Landschaft der Alpillen.

Auf Initiative der Kunstsammlerin und Mäzenin Maja Hoffmann entstanden, ist dieser riesige Raum für zeitgenössische Kunst auch als künstlerischer Inkubator für das 21. Jahrhundert gestaltet.

Der beeindruckende Luma Turm des amerikanischen Architekten Frank Gehry - © Tactile Studio
Der beeindruckende Luma Turm des amerikanischen Architekten Frank Gehry - © Tactile Studio
Diese sensorische Station ist mobil und kann rund um den Luma Tower bewegt werden - © Tactile Studio
Diese sensorische Station ist mobil und kann rund um den Luma Tower bewegt werden - © Tactile Studio

Um allen Besuchern – insbesondere sehbehinderten und blinden Menschen – die Orientierung und die Entdeckung des gesamten Geländes zu erleichtern, hat Tactile Studio zwei innovative inklusive und sensorische Geräte entworfen und umgesetzt.

Die erste sensorische Station ist mobil und soll durch den Luma-Turm laufen. Sie wird bei Eröffnungen und Sonderveranstaltungen eingesetzt. Die zweite Station ist fest installiert und befindet sich am Eingang des Parks.

Die Stationen zeigen detailliert alle architektonischen Elemente dieses Archipels, der der zeitgenössischen Schöpfung gewidmet ist. Die Gebäude wurden in 3D modelliert und Tactile Studio hat sich auch dafür entschieden, mit den Volumen und Texturen zu spielen, um den Park echter als das Leben.

Und für noch mehr Inklusion bestehen die Geräte aus Braille– und Reliefschrift

Jetzt müssen Sie diese nur noch berühren!

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Die Stationen zeigen alle architektonischen Elemente der Stiftung im Detail - © Tactile Studio
Die Stationen zeigen alle architektonischen Elemente der Stiftung im Detail - © Tactile Studio

Gemeinsam denken, kollaborieren, konzipieren, gestalten: Künstler, Kuratoren, Designer, Macher

Von Anfang an hat sich das Kuratorenteam dafür eingesetzt, den Park und die Ausstellungen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.

Von Nadia Sahmi – Beraterin für Barrierefreiheit – kontaktiert, arbeitete das Team von Tactile Studio Hand in Hand mit der Projektgründerin Maja Hoffmann, dem britischen zeitgenössischen Künstler Liam Gillick und dem Generalkurator Vassilis Oikonomopoulos, um möglichst integrative Geräte zu entwerfen, die perfekt in die ungewöhnliche Welt dieses Knotenpunkts der neuen Generation passen würden.

In Zusammenarbeit mit dem Künstler nutzten die Designer der Agentur die Farbpalette und die Schrift von Liam Gillick, um ein einzigartiges Wegeleitsystem zu schaffen. 

Alle gestalteten Geräte - hier die von 'All Over Signalétique' entworfene Beschilderung - verwenden die gleiche Farbpalette - © Tactile Studio
Alle gestalteten Geräte - hier die von 'All Over Signalétique' entworfene Beschilderung - verwenden die gleiche Farbpalette - © Tactile Studio
Der erste Teil der Stationen präsentiert die verschiedenen Räume dank der nach Farben geordneten Etiketten - © Tactile Studio
Der erste Teil der Stationen präsentiert die verschiedenen Räume dank der nach Farben geordneten Etiketten - © Tactile Studio

Die Stationen sind in zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Teile unterteilt:

Der erste Teil besteht aus verschiedenen Etiketten, die nach Farben geordnet sind und die verschiedenen Räume darstellen. Die Etiketten enthalten sowohl farbige Braille-Schrift als auch Piktogramme (die die Räume darstellen), die wiederum von Liam Gillick entworfen wurden.

Der zweite Teil präsentiert die gesamte Lage, einschließlich der Artefakte der Gebäude mit dem Piktogramm und der auf dem Etikett definierten Farbe.

Dank dieses einzigartigen Verfahrens können nun alle Besucher spielerisch, sensorisch und interaktiv das Herz der Stiftung entdecken, sich orientieren und darin eintauchen.

Der Vorteil? Die Etiketten sind austauschbar, denn Luma Arles entwickelt sich ständig weiter.

Im zweiten Teil der Stationen können die Besucher die Architektur der Räume mit ihren Fingerspitzen entdecken - © Tactile Studio
Im zweiten Teil der Stationen können die Besucher die Architektur der Räume mit ihren Fingerspitzen entdecken - © Tactile Studio

Dies war für die Agentur die erste Zusammenarbeit mit einem zeitgenössischen!

Vielen Dank an Maja Hoffmann, Nadia Sahmi, Liam Gillick, Vassilis Oikonomopoulos und das gesamte Team der Luma Foundation für ihr Vertrauen.

Kunde: Luma Arles

Luma Arles Logo

Generalkurator: Vassilis Oikonomopoulos

Beschilderung: All Over Signalétique, Guillaume Albot

Beratung für Barrierefreiheit: Nadia Sahmi

Landschaftsarchitekt: Bas Smets

Production: We Are Makers